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Umwelt - Tourismus und Umweltverhalten 2000
Bern, 20. März 2001 Zusammenfassung Welche Bedeutung haben Umweltaspekte bei der Planung von Ferienreisen und wie verhält sich der moderne Tourist? So lautete verkürzt die zentrale Forschungsfrage für die vorliegende Untersuchung. Es war der Wunsch der Auftraggeber, diese Frage mit Hilfe einer repräsentativen Befragung auszuleuchten, wobei weniger die allgemeinen Einstellungen zum Thema „Tourismus und Umwelt“ im Vordergrund standen als vielmehr das konkrete Verhalten auf Reisen. Anfangs 2001 wurden deshalb 697 mündliche Heim-Interviews durchgeführt. Die Resultate sind für die erwachsene Bevölkerung der deutsch- und französischsprachigen Schweiz repräsentativ. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Untersuchung gehört, dass Umweltaspekte für Ferien-reisende weiterhin als bedeutungsvoll gelten: Für 27% der Bevölkerung spielen sie eine sehr wichtige, für weitere 30% eine eher wichtige Rolle. Dabei sind Frauen umweltbewusster als Männer. Nachgefragt, ob das Verhalten auch entsprechend sei, antworteten 78% mit „ja bestimmt“ und weitere 18% mit „ja, aber nur bedingt“. Auf die Frage, ob man zum Schutz der Umwelt auch bereit sei, mehr zu bezahlen oder auf Komfort zu verzichten, überwog das Preisargument: 74% sprechen sich für einen höheren Preis, 56% für Komfortverzicht aus. Fragt sich nur, wie hoch der Ökozuschlag sein darf und ob den Worten auch Taten folgen. Der zweite Frageblock bezog sich ganz konkret auf die letzte Hauptferienreise, die unternommen wurde. Sie führte für 27% in die Schweiz, für 29% ans Mittelmeer, für 28% ins übrige Europa und für 12% in die Ferne. Übrigens waren 77% der Befragten im Jahr 2000 auf Urlaub und weitere 12% in den beiden Jahren zuvor. Bei dieser Hauptferienreise haben Umweltaspekte bei rund einem Drittel eine gewisse Rolle gespielt, wobei der Einfluss auf die Verkehrsmittelwahl geringfügig grösser war als auf die Wahl des Zielgebietes. Während der genannten Ferienreise haben rund die Hälfte der Befragten keine Umweltprobleme festgestellt, am wenigsten bei Schweiz-Reisen, bedeutend mehr am Mittelmeer und recht viele auf Fernreisen: Satte 34% der Fernreisenden ans Meer haben viele und weitere 38% einige Umweltprobleme festgestellt. Angeführt wird die Liste vom Abfallproblem, gefolgt vom Verkehrsaufkommen und der Wasserverschmutzung. Die Untersuchung der ökologischen Achillesfersen der konkreten Ferienreise, also jener Umweltaspekte, die wichtig aber mangelhaft sind, ergab drei Handlungsbereiche: Die Reinhaltung der Gewässer und der Luft, die Lärmemissionen und die Ausflugsmöglichkeiten mit dem öffentlichen Verkehr. Betriebliche Aspekte wie ökologisch geführte Hotels, Umweltinformationen, Tipps und Hinweise werden deutlich besser bewertet als Aspekte, welche politisch zu beeinflussen sind. Es stellt sich deshalb die Frage, wie die scheinbar grösser werdende Kluft zwischen den Umweltanstrengungen der touristischen Betriebe und denjenigen der touristischen Destinationen zu überwinden ist. In einem dritten Teil wurden generelle Meinungen zu Tourismus und Umwelt eingefangen. Dabei wird dem Respekt vor Lebensweisen und Traditionen der Einheimischen die grösste Bedeutung beigemessen, gefolgt von einer intakten Umwelt. Auch 76% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass sie von Urlaubsorten mit einer verbauten Landschaft abgeschreckt werden und für 69% sind Umweltinformationen wichtig. Die Untersuchung macht deutlich, dass die Ansprüche an die Umweltqualität des Feriengebietes sehr hoch sind und sie offensichtlich in vielen Fällen unerfüllt bleiben. Es liegt nahe, dass Reiseveranstalter gut daran tun, solche Enttäuschungen zu vermeiden, indem sie ehrliche Umweltinformationen aufbereiten. Offen bleibt, inwieweit sie von den Reisenden tatsächlich gehört und berücksichtigt werden möchten. Diskrepanzen zwischen allgemeinen Grundhaltungen und konkretem Handeln sind offensichtlich. Deshalb ist ein verstärktes Umweltengagement in den Zielgebieten für alle Touristiker unausweichlich. |
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